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Ergotherapie

Leiterin der Abteilung Ergotherapie

Frau Cornelia Kreher

Tel.: 03725 / 40-2806

Abteilung Ergotherapie

Die Ergotherapeuten werden in allen Fachbereichen des Klinikums eingesetzt.

Das Ziel der Ergotherapie ist es, den Menschen zu helfen Alltag, Beruf, Schule, Familie und Freizeit wieder selbst zu bewältigen.

Ergotherapie im Rahmen der differenzierten Station

Zur Anwendung kommen psychosoziale Behandlungsverfahren.
Es wird methodisch in 3 Zielrichtungen gearbeitet:

  • kompetenzzentriert
  • interaktionell
  • ausdruckszentriert

Die ergotherapeutiche Konzeption wurde diagnose- und symptomrelevant entwickelt. Klientelbezogen wurden 2 Behandlungsgruppen gebildet:

Gruppe A:Patienten mit somatoformen, neurotischen, rekativen und Persönlichkeitsstörungen (als Beispiel)
Gruppe B:Patienten mit postakuten Psychosen oder mit akuter instabiler Symptomatik aus Gruppe A

Beschreibung ergotherapeutischer Interventionsmöglichkeiten:

Bei Patienten der Gruppe A:

Hauptbehandlungsziele:

  • Verbesserung emotionaler, personaler, sozialer und lebenspraktischer Kompetenzen
  • Bewusstmachen von Stärken und Schwächen
  • Verbesserung der Kritikfähigkeit, Umgang mit Selbst- und Fremdkritik
  • Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Wahrnehmung der eigenen Emotionalität, Trennung von Emotion und objektiver Situation

Bei Patienten der Gruppe B:

Hauptbehandlungsziele

  • Stabilisierung
  • Steigerung des Selbstwertgefühls und der sozialen Kompetenz
  • Vermittlung von strukturiertem Handel
  • Steigerung von Konzentration und Ausdauer
  • Ablenkung von krankhaftem Denkverhalten
  • Ausgleich von Stimmungsschwankungen

Bei dieser Gruppe wird vorwiegend die kompetenzzentrierte Methode angewendet.

Therapieprogramm

In der Wahrnehmungs- und in der themenzentrierten Gestaltungstherapie nehmen die Patienten getrennt nach Gruppen an einem durch die unterschiedliche Zielstellung ausgerichtetem Programm teil. In der freien Gestaltungstherapie und bei den Aktivitäten des täglichen Lebens werden die Patienten nicht getrennt.

  • Themenzentrierte Gestaltungstherapie
  • Wahrnehmungstherapie
  • Freie Gestaltungstherapie
  • Aktivitäten des täglichen Lebens

In die ergotherapeutische Behandlung werden verhaltenstherapeutische Aspekte und Denkanstöße aus Logotherapie für eine Neuorientierung und Handlungsfähigkeit zu schaffen.

Zielsetzung der Ergotherapie im Suchtbereich

Nahziele:

  • Gewinnen von Kontakten und Vertrauen, verbunden mit der Motivation zur Mitarbeit
  • Fördern von Konzentration und Ausdauer durch gezielte Aufgabenstellung in der Therapie
    1. kognitives Training
    2. kognitives Training am PC mittels CogPack
    3. Arbeitstherapie
  • Selbstvertrauen steigern durch Schaffung von Erfolgserlebnissen
  • Spannungsabbau, Ablenkung vom Suchtdruck
  • Auseinandersetzen mit eigenem Suchtverhalten

Fernziele:

  • längerfristige bzw. zufriedene Abstinenz
  • größtmögliche Selbständigkeit

Ergotherapie auf der Akut-Psychiatrischen Station

Auf dieser Station werden Patienten mit schizophrenen und affektiven Psychosen aufgenommen. Die Gruppe der affektiven Psychosen und Störungen wird für die ergotherapeutische  Behandlung relevant noch einmal zwischen Depression und Manie unterschieden.

Ergotherapie bei schizophrenen Psychosen

Therapieziele:

  • Spannungsabbau
  • Förderung des Realitätsbezuges
  • Verbesserung der emotionalen Fähigkeit (Eigenwahrnehmung, Ich-Stärkung, Abgrenzungsfähigkeiten entwickeln)
  • Förderung der verbalen Ausdrucksfähigkeit
  • Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit
  • Verbesserung der kognitiven Fähigkeit (Konzentration, planvolles Handeln)
  • Förderung des strukturierten Arbeitens für die Dauer einer Therapieeinheit
  • Verbesserung der Belastbarkeit
  • Erhöhung der Reiztoleranz
  • Entwicklung sozialer Kompetenzen (Entwicklung der Kommunikationsfähigkeiten, Umgang mit Konflikten)
  • Förderung von Eigeninitiative und Selbständigkeit
  • Aufbau und Festigen einer Tagesstruktur
  • Verbesserung der Fähigkeiten des täglichen Lebens
  • Entwicklung von Interessen und Hobbyförderung

Ergotherapie bei Depression

Therapieziele:

  • je nach Schweregrad der Depression: Entlastung von Leistungsanforderungen und Ermöglichung von Regression
  • langsame Steigerung des Aktivitätsniveaus
  • Schaffung von Erfolgserlebnissen
  • Einbindung in die Tagesstruktur bis zur eigenverantwortlichen Strukturierung des Tages
  • Steigerung der Belastungsfähigkeit
  • Förderung von Eigeninitiative und Motivation
  • Schulung der Eigenwahrnehmung und des emotionalen Ausdrucksvermögens
  • Reflexion der eigenen Leistungsanforderungen und -fähigkeiten
  • Steigerung von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Förderung sozialer Kontakte und Kompetenzen

Ergotherapie bei Manie

Therapieziele:

  • Beruhigung
  • Wunsch nach Bewegung berücksichtigen, nicht aber verstärken
  • Einhalten vorgegebener Struktur und Begrenzung einüben bis hin zur selbständigen Strukturierung von Handlungsabläufen bzw. des Tagesablaufes
  • Konzentration und Ausdauer stärken
  • Unterstützung der realistischen Einschätzung der eigenen Belastbarkeit
  • Realitätsbezug ausbauen, eigene Grenzen und Möglichkeiten wahrnehmen können
  • Förderung der sozial-emotionalen Fähigkeiten wie Kritik- und Teamfähigkeit

Die ergotherapeutische Behandlung wird in Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt. Zur Einzeltherapie gehört auch der Einsatz von CogPack. Die Patienten nehmen an einigen Gruppentherapien nach Erkrankung getrennt teil und zwar beim kognitiven Training und bei der Arbeitstherapie. Zu den gemeinsamen Therapiestunden gehört die Gestaltung nach Thema, das freie Gestalten und Bewegung (Spaziergänge).

CogPack

  • ist ein Computerprogramm, welches vor allem bei Patienten mit schizophrenen Erkrankungen eingesetzt wird. Damit soll die Reduktion kognitiver defizite erreicht werden. Die Trainingsaufgaben (zur Konzentration, Reaktion, Auffassung, Visu-Motorik, Gedächtnis, Sprache, Rechnen und Logik) können den individuellen Leistungsmöglichkeiten angepasst werden, so dass eine Unter- oder Überforderung vermieden werden kann. Zu einer Verbesserung der Motivation des Patienten trägt die Möglichkeit, eine Leistungsrückmeldung direkt abzurufen, bei.

Ergotherapie in der gerontopsychiatrischen Station - in Auswahl

Auf dieser Station werden ältere Menschen (ab 60 Jahre) mit seelischen Veränderungen aufgenommen:

  • dementiellen Erkrankungen
  • depressiv und manisch depressiven Erkrankungen

Zielsetzung bei Demenz

Allgemeine ZieleErgotherapeutische Angebote
Erhalt der Selbständigkeit und der motorischen FähigkeitenUnterstützung der selbständigen Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Anziehen, Ausziehen, Gymnastik, Sitztanz
Orientierung zur eigenen Person und Erhalt der kognitiven LeistungsfähigkeitErfragen des persönlichen Hintergrundes, der Vorlieben und Abneigungen, Betrachten von Fotos, Arbeit im Altgedächtnis (z.B. mit Sprichwörtern ,Liedern, Erinnern an Früher)

und andere Ziele
 

Zielsetzung bei Altersdepressiven (in Auswahl)

 Allgemeine Ziele

  • Entlastung
  • Förderung der Eigeninitiative
  • Steigerung des Aktivitätsniveaus
  • Widerentdecken von Ressourcen
  • Überprüfen der kognitiven Leistungsfähigkeit
  • Auseinandersetzen mit Wünschen, Gefühlen und des eigenen Leistungsdenkens
  • Förderung des sozialen Kontaktes

Ergotherapie in der geriatrischen Frührehabilitation - in Auswahl

Schlaganfallpatienten ab 60 Jahren nehmen nach Verordnung des Arztes am Frührehabilitationsprogramm der Klinik teil. Die Ergotherapie ist Teil des interdisziplinären Teams (Arzt, Pflege, Physio-, Logo- und Ergotherapie, Psychologe und Sozialarbeiter). Die Therapie findet in der Regel am Bett in Einzeltherapie statt.

Die Therapieziele sind: Lagerung, Kontrakturprophylaxe, Bewegungsanbahnung und Bewegungsübungen in Bezug auf den lebenspraktischen Bereich, Training von Kraft und Sensibilität, Körperwahrnehmung (Wahrnehmung der gelähmten Seite) mit Schwerpunkt auf den oberen Extremitäten.